KELLER THEATER WINTERTHUR

 

Gastspiel

M - MÖRDER UNTER UNS

VON MIKHAIL SCHISCHKIN, MATTO KÄMPF UND SIMON HO


EIN SPIEGELKABINETT DER GENRE-VARIATIONEN
frei nach „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ von Fritz Lang und Thea von Harbou


Mit Mona Petri, Tatjana Werik, Dominique Jann, Suse Wächter (Puppenspielerin), Simon Ho (Musiker), Reto Senn (Musiker), Svetlana Smirnova, Tatiana Shuklina, Aleksei Chuev und Pavel Mikheev (Musiker)
Konzept/Idee/Regie: Eberhard Köhler
Textfassung: Mikhail Schischkin
Songtexte: Matto Kämpf

Musik: Simon Ho
Choreographie: Darya Barabanova
Ausstattung: Danila Korogodsky
Lichtdesign: Stanislav Svistunovich
Sprachvermittlung: Dr. Yvonne Griesel

Dramaturgische Beratung: Dr. Andreas Hoessli, Paul Weibel
Produktionsleitung: Monika Manger


Sprache: Deutsch, Mundart und Russisch (mit deutschen Übertiteln)


Eine Koproduktion von Theater Winkelwiese Zürich, Schlachthaus Theater Bern, Theater Pokoleniy (St Petersburg), Kellertheater Winterthur und Theater Chur


Ein Kindermörder hält eine ganze Großstadt in Atem. Da es der Polizei nicht gelingen will, ihn zu fassen, macht sich mehr und mehr eine hysterische Lynchmob-Stimmung breit, in der jeder jeden verdächtigt. Die Polizei steht unter massivem Druck der öffentlichen Meinung und intensiviert ihre Bemühungen. Eine Konsequenz hiervon ist, dass das organisierte Verbrechen aufgrund ständiger Razzien der Polizei massive Umsatzeinbussen hinnehmen muss. Als die Verbrecher nun ihrerseits versuchen, den Kindermörder zu fassen und das gesamte Stadtgebiet vermittels der Vereinigung der Bettler mit einem Netz von Spitzeln überziehen, kommt es zu einer Art „Wettlauf“ mit der Polizei. Beide Strukturen werden einander, im Verlaufe der sich zuspitzenden Ereignisse immer ähnlicher und bilden mehr und mehr spiegelbildliche Parallelstrukturen aus, inklusive einer kompletten Gerichtsbarkeit auf Seiten des organisierten Verbrechens. Die Polizei wiederum greift mit fortschreitenden Ermittlungen mehr und mehr zu verbrecherischen Mitteln, arbeitet mit Falschinformationen, durchsucht Wohnungen ohne Durchsuchungsbefehl und droht schließlich einem Verdächtigen mit einer fingierten Mordanklage und Folter. Ein blinder Bettler erkennt schliesslich den Kindermörder, und nachdem dieser mit einem Kreide “M“ gezeichnet wird, kommt es zu einer Verfolgungsjagd, die mit einer nächtlichen, rollkommandoartigen Razzia eines ganzen Bürokomplexes endet. Als die Verbrecher in einer kafkaesken Szene dem Kindermörder in einer leer stehenden Schnapsfabrik den Prozess machen, greift Fritz Langs geniale Dialektik, größere Widersprüchlichkeit ist kaum denkbar: Das gesunde Volksempfinden hat die plausibelsten Argumente für die sofortige Vollstreckung der Todesstrafe, während diejenigen, die absolut keine Sympathien haben - ein krimineller Verteidiger und der psychisch gestörte Vergewaltiger und Mörder von etlichen kleinen unschuldigen Kindern - mit einem fulminanten, expressionistischen Plädoyer zu den letzten Fürsprechern der Menschenrechte und der Errungenschaften der Aufklärung und Demokratie werden.


DAS TEAM
Eberhard Köhler (Regisseur), Danila Korogodsky (Bühnen- und Kostümbildner), Simon Ho (Komponist und Musiker) und Matto Kämpf (Autor) arbeiten nach ALLE VÖGLE SIND SCHON DA erneut zusammen. Neu im Team ist der bekannte russische Schriftsteller Mikhail Schischkin, der seit mehr als zwanzig Jahren in der Schweiz lebt (Zürich/Kleinlützel). Wieder handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen der Schweizer Formation Die Zimmerwäldler und der St. Petersburger freien Gruppe Theater Pokoleniy (Theater der Generationen), die nun nach Stol/DER TISCH (2010) und ALLE VÖGEL SIND SCHON DA (2014) zum dritten Mal in Erscheinung tritt. Die letzte internationale Koproduktion des Trios Köhler/Korogodsky/Ho wurde im November 2018 mit einer Nennung auf der long list des Festivals Goldene Maske ausgezeichnet.


Mit freundlicher Unterstützung von Kultur Stadt Bern, Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Pro Helvetia, Werkbeitrag Musik (für die Komposition) der Kultur Stadt Bern, Komitet für Kultur der Stadt St Petersburg / Russland, Ernst Göhner Stiftung und Migros Aare

 

KRITIKEN

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